Preisträger 2007 der Karl-Preusker-Medaille |
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UrkundeDie Deutsche Literaturkonferenz,
welche im Gedenken an Karl Benjamin Preusker, den Pionier der Volksbüchereibewegung, Gründer der ersten deutschen Bürgerbibliothek 1828 im sächsischen Großenhain, die Karl-Preusker-Medaille gestiftet hat, verleiht diese Auszeichnung Herrn Georg P. Salzmann für sein mit unermüdlicher Leidenschaft und großem persönlichen Engagement verfolgtes Ziel, die „verbrannten Bücher“ und deren Autorinnen und Autoren wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Berlin, den 24. Oktober 2007 Für die Deutsche Literaturkonferenz Burkhart Kroeber „Habent sua fata libelli“ – „Sie haben ihr Schicksal, die Büchlein“, dieser von Terentianus Maurus stammende Spruch kann auch auf deren Besitzer und Urheberinnen und Urheber bezogen werden. Die Rede ist von den „verbrannten Büchern“, die 1933 auf den Scheiterhaufen der Nationalsozialisten landeten. Deren Autorinnen und Autoren wurden verfemt, verfolgt und ins Exil getrieben oder in Konzentrationslager gebracht und ermordet. Von ihren Ideen, Vorstellungen, gesellschaftlichen Sichtweisen und Utopien einer besseren Welt legen ihre Werke aber noch heute Zeugnis ab – sofern sie gerettet wurden. Der Sisyphusaufgabe, sie aufzufinden und wieder zugänglich zumachen, hat sich Georg P. Salzmann verschrieben und die inzwischen berühmte »Salzmann-Bibliothek der verbrannten Bücher« zusammengetragen. Eine Sammlung von mehr als 10.000 Werken von etwa 100 Autoren, klassisch gewordener wie zu Unrecht vergessener, deren Bücher im „Dritten Reich“ verbrannt oder verboten wurden. Diese Autoren sind jeweils annähernd vollständig mit ihrem Œuvre in Erstausgaben im Salzmannschen Haus angehäuft. „Diese Sammlung“, so Prof. Volker Hoffmann von der Ludwig-Maximilians-Universität München, „ist von unschätzbarem kulturhistorischen Wert, zum einen im Blick auf die ideellen Grundlagen der demokratischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, zum anderen im Blick auf die Literaturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Georg P. Salzmann tut viel, um seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Er geht an Schulen und hält Vorträge, er lädt Schüler in sein Haus ein und lässt Forscher dort arbeiten. Er stellt Bibliotheken und Ausstellungsmachern Bücher als Leihgaben zur Verfügung. Er arbeitet mit einem Verein zusammen, der einzelne Werke, Autorinnen und Autoren in Lesungen vorstellt. Ziel des Vereins ist es, mit Hilfe von Sponsoren die einzigartige Sammlung in eine öffentliche Bibliothek zu verwandeln. Hierfür und für die mit seiner unermüdlichen Sammelleidenschaft zusammengetragenen Werke der deutschen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts ist Georg P. Salzmann nachdrücklich zu danken. |