Preisträger 2007 der Karl-Preusker-Medaille |
|
Preisträger 2007 |
Urkunde |
Laudatio |
Dankrede |
Alle Preisträger
Dankworte zur Verleihung der Karl Preusker-Medaille am 24. Oktober 2007
Ich bin in freier Rede nicht so geübt. Deshalb habe ich das alles ein biß'l aufgeschrieben. Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde, zuerst darf ich mich bei Ihnen, sehr verehrte Frau Mai und sehr geehrter Herr Kroeber (und dies stellvertretend für die Deutsche Literaturkonferenz) für die Ehrung mit der Karl-Preusker-Medaille bedanken. Ein besonders herzliches Dankeschön auch an Frau Dr. Edda Ziegler für ihre einfühlsame Laudatio. Nicht weniger bedanken muss ich mich aber bei den hier anwesenden und den verhinderten Freunden, dass sie mich in den vergangenen Jahren auf meinem mühevollen Weg begleitet haben, die von den Nazis Verfemten nicht auch noch zu Vergessenen werden zu lassen. Vor nun bald 50 Jahren habe ich begonnen, von den Büchern dieser Autoren "zu retten, was noch zu retten ist". Mit meiner ganzen Kraft und unter Einsatz fast meines ganzen finanziellenVermögens habe ich in den vergangenen Jahren das "Dokumentations- und Forschungsarchiv - 10. Mai 1933 - Deutsche Literatur auf dem Scheiterhaufen" auf- und ausgebaut. Erwarten Sie jetzt von mir keinen akademisch unterfütterten Vortrag über "meine" Autoren wie Lion Feuchtwanger, Oskar Maria Graf oder Stefan Zweig (um nur diese Namen beispielhaft zu nennen). Ich bin kein Professor für Germanistik und dafür ist heute Abend weder Zeit noch ist es überhaupt Anlass dieser Veranstaltung. Ich bin nur ein völlig Verrückter, der es sich in den Kopf gesetzt hat, diesen wichtig(st)en Teil des Deutschen Nationalkanons für die Nachwelt (d.h. für die nächste Generation) zu retten und öffentlich zugänglich zu machen. Mich treibt mehr und mehr um, dass es den Nazis über 60 Jahre nach ihrem ruhmlosen Ende doch noch gelingen könnte, diesen Teil der deutschen Literatur aus den Köpfen der Deutschen zu tilgen. Walter Kempowski (der für mich ein wahrer Bruder im Geiste war) hat - wenn auch auf einer anderen Ebene - seinen Beitrag wider das Vergessen geleistet. Erst in den letzten Jahren (verspätet und vielleicht für ihn zu spät) wurde ihm von der Literaturwissenschaft die gebührende Würdigung zuteil. Ich werde nun auch bald 80 und habe das Glück, dass mir noch zu meinen Lebzeiten von berufener Stelle attestiert wird, ich sei auf dem richtigen Weg. Dass Sie mich dabei begleiten und unterstützen, erfüllt mich mit Dank! Ich verbeuge mich vor Ihnen und verspreche Ihnen - solange ich noch "krauchen" kann, werde ich nicht nachlassen in meiner Arbeit. Und abschließend muss ich noch ein besonderes Dankeschön an meine leider inzwischen verstorbene geliebte Frau zu sagen, die unter Hintanstellung eigener Wünsche mir über Jahre in selbstloser Weise den Rücken freigehalten hat. Sie wird jetzt auf einer Wolke sitzen und gerührt zuhören, wie ihr Mann "geehrt" wird. D a n k e s c h ö n, M a r g o t ! Und ich danke Ihnen Allen. |