Preisträger 2006 der Karl-Preusker-Medaille |
Preisträger 2006 |
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UrkundeDie Deutsche Literaturkonferenz,
welche im Gedenken an Karl Benjamin Preusker, den Pionier der Volksbüchereibewegung, Gründer der ersten deutschen Bürgerbibliothek 1828 im sächsischen Großenhain, die Karl-Preusker-Medaille gestiftet hat, verleiht diese Auszeichnung Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paul Raabe für sein Lebenswerk, das das Gesicht deutscher Bibliotheken auf besondere Weise geprägt und das auch in der europäischen Welt Nachahmer gefunden hat. Berlin, den 24. Oktober 2006 Für die Deutsche Literaturkonferenz Burkhart Kroeber Dr. Georg Ruppelt Während des Festaktes zu Paul Raabes 70. Geburtstag in den Franckeschen Stiftungen zu Halle 1997 bezeichnete der ehemalige Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher, Paul Raabe als einen Glücksfall für die Kultur und Wissenschaft in Halle/S., aber auch als Glücksfall für das geeinte und Einheit suchende Deutschland wie für Europa. Ein Glücksfall ist Paul Raabe auch für das deutsche und europäische Bibliothekswesen. Der in Oldenburg und Hamburg zum Diplombibliothekar an wissenschaftlichen Bibliotheken ausgebildete Raabe hat wie sein großer Vorgänger Leibniz konsequent nach dem Motto "theoria cum praxi" gedacht und gehandelt. Seine Erfolge in Wissenschaft, Kulturpolitik und Bibliothekswesen sind das Ergebnis seiner Ideen, seiner Visionen und deren konsequenter und nimmermüder Umsetzung in die Praxis. Sie sind die Folge aus der glücklichen und seltenen Verbindung, Einheit von Gedanke und Tat, von Reflexion und praktizierter Humanität - einer Humanität, die die Persönlichkeit Paul Raabe in so außergewöhnlicher Weise auszeichnet. Marbach, Wolfenbüttel, Halle/S. und wiederum Wolfenbüttel markieren Hauptstationen auf der Weg- und Wirkungsstrecke dieses großen Gelehrten und Bibliothekars. Paul Raabe hat immer die Gesamtheit aller Bibliotheken im Blick gehabt, und obwohl er in Marbach und Halle/S., besonders aber in Wolfenbüttel wissenschaftliche Bibliotheken zu größter Leistungsfähigkeit geführt, sie zu Leuchttürmen in der internationalen Bibliothekswelt gemacht hat, hat er auch immer besonders die Öffentlichen Bibliotheken als unverzichtbare Kultur- und Bildungseinrichtungen geschätzt und sie auf vielfältige Weise gefördert. Dies zeigt sich ganz konkret in seinem kulturpolitischen Engagement nach seiner Rückkehr von Halle/S. nach Wolfenbüttel vor wenigen Jahren. Ihm ist die Gründung des Kulturstadtvereins Wolfenbüttel zu danken, der mit seinen zahlreichen Aktivitäten die kulturelle Szenerie der 50.000-Einwohner-Stadt niveauvoll optimiert. Ihm ist es zu danken, dass aus dem historisch bedeutsamen Wolfenbütteler Bahnhof, der sich seit zwei Jahrzehnten in einem unerträglichen baulichen Zustand befand, ein wunderbar restaurierter "Kulturbahnhof" geworden ist, der in einem Anbau auch die Öffentliche Bücherei der Stadt angemessen und leserfreundlich aufgenommen hat. Allein für die Umsetzung dieser Idee hätte Paul Raabe die Karl-Preusker-Medaille verdient. |