Preisträger 2006 der Karl-Preusker-Medaille |
|
Preisträger 2006 |
Urkunde |
Begrüßung |
Laudatio |
Dankrede |
Alle Preisträger
Begrüßung zur Verleihung der Karl Preusker-Medaille am 24. Oktober 2006
Klaus-Peter Müller Landesbilbliothek Oldenburg Meine sehr geehrten Damen und Herren, schönen guten Tag, ich begrüße Sie ganz herzlich heute Nachmittag in der Landesbibliothek Oldenburg. Meine Damen und Herren, Fräulein Möller war ganz offensichtlich eine gute Lehrerin. Sie brachte ihren achtjährigen Zöglingen ihre Heimatstadt nahe, lehrte sie deren Flüsse und Straßen und sorgte für Kenntnisse auch über Umland und Region, erklärte die Unterschiede zwischen Marsch, Moor und Geest und erzählte Sagen und Geschichten aus Stadt und Land. Sie legte damit den Grundstein unseres heutigen Zusammentreffens hier in Oldenburg (neben der Rankenstraße). Man lernt über Frau Möller und ihr pädagogisches Geschick aus der autobiographischen Schlußnote eines Buches, worin titelgebend im ersten kurzen Abschnitt geschildert wird, welche Bewandtnis es mit der weiten Reise und einem kurzen, höchst unerfreulichen Aufenthalt eines späterhin großen Dramatikers hatte. "Wie Shakespeare durch Oldenburg reiste", heißt es, und was es sonst noch vorhat, beschreibt der Untertitel: "Skizzen und Bilder aus der oldenburgischen Kulturgeschichte". Es beweist dann auch auf eine höchst unterhaltsame Art und Weise, dass es in diesem doch etwas abgelegenen Landstrich, mit dem man in der Regel Milch und Pferde und in neuerer Zeit vielleicht auch die Produktion von Hähnchen assoziiert, wenn man denn außer der Vorstellung von grenzenloser Plattheit, die irgendwie ins Meer ausläuft, überhaupt irgendwelche Assoziationen damit verbindet, - es belegt, dass es in dieser kleinen Ackerbürgerstadt, in diesem Duodezfürstentum außerdem auch ein durchaus reiches kulturelles Leben in vielen Schattierungen gegeben hat. Schon allein dafür, für die Verbreitung dieser notwendigen Korrektur und Ergänzung gängiger Vorstellungen, Herr Prof. Raabe, herzlichen Dank. Denn wie Sie alle wissen, ist der heutige Preisträger der Verfasser des Werks. Die Skizzen verdanken sich einer Überarbeitung von sog. "Heimatbeiträgen", die Sie in der hiesigen Nordwestzeitung zwischen 1949 und 1955 publiziert und vor fast genau 20 Jahren als Buch herausgegeben haben. Ich erinnere mich recht genau an Ihre Besuche in der alten Landesbibliothek in diesem Zusammenhang, die Sie ja aus anderen Anlässen auch in den neuen hiesigen Räumlichkeiten durchaus ab und an wiederholt haben. Hier in der Bibliothek haben Sie Ihre wissenschaftliche Karriere begonnen, deren steiler Verlauf , wie Sie selbst in den "Skizzen" 40 Jahre nach Ihrem Oldenburger Beginn schreiben, Ihre "nie verlorengegangene Verbundenheit mit der Heimat" nicht hat stören oder einschränken können. Und sie hält auch 20 Jahre nach Erscheinen des Buches an. Vor kurzem haben Sie Ihre Expressionismus-Sammlung und Ihr Archiv der Landesbibliothek versprochen und werden damit großen Anteil daran haben, dass auch folgende Generationen Ihre Skizzen und Bilder aus der oldenburgischen Kulturgeschichte werden fortsetzen können. Dafür herzlichen Dank und ein herzliches Willkommen zuhause, in Ihrer "geistigen Heimat" Landesbibliothek, wie Sie in Ihrer Autobiographie schreiben, der Bibliothek Dr. Wolfgang Fischers. Beides, Dank und Willkommen - ohne den heimatlichen Zusatz - im Namen der Bibliothek auch an die "Deutsche Literaturkonferenz" - an Frau Iris Mai und Herrn Dr. Burkhart Kroeber -, die heute die Karl-Preusker-Medaille an Prof. Raabe verleiht. Ich gratuliere Ihnen zur Wahl des Preisträgers und bin Ihnen von Herzen dankbar, dass Sie sich als Ort der Ehrung auf die Landesbibliothek eingelassen haben. Mit Ihrer Anwesenheit ist alles, was Rang und Namen im gegenwärtigen literarischen Deutschland hat, heute in der Landesbibliothek versammelt, darunter auch die BID, "Bibliothek & Information Deutschland", ein Dachverband, dem mit dem "Deutschen Bibliotheksverband" auch eine Organisation angehört, zu deren Mitgliedern die Landesbibliothek zählt. Sehr geehrte Frau Mai, sehr verehrter Herr Dr. Kroeber, wir wissen die Ehre zu schätzen. Gewissermaßen um den Kreis zu runden, zu komplettieren, sei angemerkt, dass der heutige Laudator, Dr. Georg Ruppelt, Leitender Bibliotheksdirektor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover, 10 Jahre im Vorstand eben dieses Verbandes "Bibliothek & Information Deutschland" gewirkt hat, von 2000 bis 2006 als deren Sprecher, und zudem zweiter Sprecher der "Deutschen Literaturkonferenz" ist. Herr Ruppelt, als Landesbibliotheken in Niedersachsen haben wir neben den individuellen Eigenheiten, auf die wir stolz sind und die wir gewissenhaft pflegen, viele gemeinsame Interessen, die uns auch gerne und erfolgreich kooperieren lassen. Erst vor einem Monat hatten wir Sie hier zu Gast, als Sie uns in die von Ihnen konzipierte Ausstellung zu den Tarnschriften eingeführt haben, die hier immer noch zu sehen ist. Es freut mich, dass wir uns so rasch wieder sehen. Möge es so bleiben! Aber heute wird nicht nur geredet, meine Damen und Herren, es wird auch musiziert und getanzt. Ebenfalls aus der Landeshauptstadt kommt "transito", kommen Frau Ursula Wagner, Herr Burkhard Schweller und Frau Lenka Zupkova (mit der Geige), um für einen lebhaften Rahmen und Schlußakzent zu sorgen. Sie haben die Landesbibliothek vor einiger Zeit ja schon sorgsam ins Auge genommen und sich auch heute wieder umgetan. Ich gestehe, ich bin einigermaßen ahnungslos und sehr gespannt auf das, was kommt, und heiße Sie herzlich willkommen. Und das gilt natürlich schließlich und ganz besonders für Sie, meine Damen und Herren. Ich freue mich, dass Sie der Einladung der "Deutschen Literaturkonferenz" in unser Haus gefolgt sind und übergebe nun das Wort dem Gastgeber des heutigen Nachmittags, dem Sprecher der "Deutschen Literaturkonferenz", Herrn Dr. Burkhart Kroeber. |